Berufsabschlussfeier in Bissingen
Die Gesellschaft erwartet Fähigkeiten

"Der Erfolg hat viele Väter", sagte Dr. Reinhard Bader auf der landwirtschaftlichen Berufsabschlussfeier in Bissingen. Damit zielte der Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Nördlingen-Wertingen auf den hohen Aufwand, den sich die Gesellschaft mit der Ausbildung von Landwirtinnen und Landwirten macht. Sie wisse aber auch, warum sie das tue, schließlich produzierten die Bäuerinnen und Bauern die Lebensmittel, von denen die Bevölkerung abhängig ist.

Nächster Schritt Landwirtschaftsschule
Mit ihrem Ausbildungszeugnis könnten, so Bader, die Landwirte die handwerklichen Fertigkeiten nachweisen, die von ihnen erwartet werden. Um später einmal den elterlichen Betrieb erfolgreich zu führen und künftige Herausforderungen zu meistern, reiche das aber nicht aus. Die Befähigung zum Betriebsleiter setze nämlich den Besuch der Landwirtschafts- oder Technikerschule voraus, betonte der AELF-Chef. "Also machen Sie noch den nächsten Schritt!"
Offen auf Gesellschaft zugehen
Der Leiter des Bereichs Ernährung und Landwirtschaft an der Regierung von Schwaben, Johann Bergmaier, hob die Bedeutung der Weiterbildung hervor. Der Berufsabschluss sei ein Grundstein, auf dem die Landwirtschaftsschule aufbaue. Der Gesellschaft sei die wichtige Funktion der Landwirtschaft bewusst und entsprechend selbstbewusst gingen die Landwirtinnen und Landwirte damit um. "Gehen Sie offen auf die Gesellschaft zu, treten Sie in den Dialog mit ihr", rief ihnen Bergmaier zu.
Unter Beobachtung
Wie der stellvertretende Leiter des Staatlichen beruflichen Schulzentrums in Höchstädt, Manfred Bäuml, erklärte, steht die Landwirtschaft unter verstärkter Beobachtung der Gesellschaft. In der Berufsschule und ihren Ausbildungsbetrieben hätten die Absolventen die Befähigung zur Übernahme von Verantwortung erworben.
Als stellvertretende Landrätin des Donau-Ries-Kreises bedauerte Claudia Marb die vielen Hürden, die der Landwirtschaft heute im Wege stehen, von Preisschwankungen über die Düngeverordnung bis hin zu ihrer verzerrten Darstellung in den Medien. Umso wichtiger sei das Bekenntnis der heimischen Bevölkerung zur regionalen Produktion. Diese liefere auch dann, wenn Sonnenblumenöl oder Weizen aus der Ukraine nicht mehr ankommt.
Neue Ideen sind gefragt
Der Donau-Rieser Kreisobmann Karlheinz Götz bedankte sich bei den Ausbildungsbetrieben und würdigte den guten Unterricht an der staatlichen Berufsschule in Höchstädt. Die jungen Bäuerinnen und Bauern hätten in ihre Ausbildung viel Zeit investiert und sich ein breites Fachwissen angeeignet. "Wir brauchen immer neue Ideen", wandte sich Götz an sie. "Wir haben den schönsten und wichtigsten Beruf gewählt, auch wenn wir von allen Seiten Prügel beziehen." Umso mehr komme es darauf an, sich in das dörfliche Leben einzubringen und sich in Ehrenämtern zu engagieren.
Die Landwirte selbständig arbeiten lassen
Als Vorsitzender des Prüfungsausschusses zog Dominik Schlecht seinen Hut vor dem ausgebildeten bäuerlichen Nachwuchs, ganz besonders aber vor den Frauen und Männern, die ihre Berufsausbildung auf dem zweiten Bildungsweg absolvierten. An die Politik richtete Schlecht den Wunsch, die Landwirte möglichst selbständig mit ihrer guten fachlichen Praxis arbeiten zu lassen.
Notendurchschnitt von 2,9
Heinz Merklein, Berater für Bildungsfragen am AELF Nördlingen-Wertingen, blickte auf die Abschlussprüfung zurück, an der 35 Frauen und Männer aus den Landkreisen Dillingen, Donau-Ries, Ostalb, Neuburg-Schrobenhausen, Augsburg und Ansbach teilgenommen haben. 31 von ihnen bestanden die Prüfung, der Notengesamtdurchschnitt belief sich auf 2,90. Sechs Prüflinge schnitten mit einer Gesamtnote besser als 2,00 ab. Unter den erfolgreichen Prüfungsteilnehmern befanden sich 15 Auszubildende und 16 Quereinsteiger, die ihren Berufsabschluss über das Bildungsprogramm Landwirt (BiLa) erwarben.
Auszeichnungen für die Besten
Für die Auszubildenden ließen Magdalena Offinger aus Marktoffingen und Simon Oßwald aus Oberpeiching den Unterricht an der Berufsschule mit einer Präsentation Revue passieren. Für die BiLa-Teilnehmer blickte Sofie Bihler aus Dillingen auf den theoretischen und praktischen Unterricht zurück.
Bei der Vergabe der Zeugnisse wurden die drei besten Prüflinge mit Gutscheinen und Urkunden ausgezeichnet (in Klammern die Gesamtnote): Sebastian Häusler (Finningen; 1,45), Simon Oßwald (Oberpeiching; 1,57) und Veronika Meyer (Wittesheim; 1,64). Einen Sonderpreis für das beste Berichtsheft durfte Andreas Röger (Schretzheim) entgegennehmen.
31 erfolgreiche Prüfungsabsolventen
Weitere erfolgreiche Prüfungsabsolventen waren unter den Auszubildenden Johannes Böhm (Berg im Gau), Thomas Böllmann (Burgmagerbein), Manuel Düll (Mörslingen), Sandra Faller (Burgheim), Ludwig Geiger (Straß), Max Gloning (Unterschneidheim), Marco Hertle (Großsorheim), Johannes Joas (Bergheim), Stefan Murr (Rudelstetten), Simon Sing (Ziertheim), Paul Steigerwald (Fünfstetten) und Jakob Wagner (Auchsesheim).
Unter den BiLa-Teilnehmern erhielten ihre Zeugnisse Sofie Bihler (Dillingen), Florian Dallmaier (Mertingen), Maximilian Finkel (Druisheim), Julia Hafner (Feigenhofen), Philipp Haußner (Ehingen), Jonas Jall (Nördlingen), Stefan Knoll (Bissingen), Robert Köttel (Feigenhofen), Andreas Löfflad (Enkingen), Andreas Mengele (Holzheim), Florian Pfeifer (Kölburg), Dr. Berthold Reeb (Hochgreut), Daniel Rößner (Itzing), Simon Uhl (Schopflohe) und Pascal Wolfschläger (Rühlingstetten).