Amphibien stehen unter besonderem Schutz im FFH-Gebiet „Jurawälder nördlich Höchstädt“
Neubaugebiet für Gelbbauchunken ausgewiesen

Gelbbauchunke - Neues LaichgewässerZoombild vorhanden

(© Mathias Burghard)

Der BaySF-Forstbetrieb Kaisheim legt zusammen mit dem AELF Nördlingen-Wertingen und der Fachstelle Waldnaturschutz Schwaben (am AELF Krumbach (Schwaben)-Mindelheim) zahlreiche neue Biotope für die Gelbbauchunken an.

Wer künftig in den zwei Staatsforst-Revieren Finningen und Wörnitzstein unterwegs ist, dem werden sicher auch die neuen „Gelbbauchunken-Gemeinschaftsheime“ auffallen. Die Amphibien stehen unter besonderem Schutz im FFH-Gebiet „Jurawälder nördlich Höchstädt“, welches Teil des europaweitem Biotopverbundnetzes Natura2000 ist. Da die in Europa selten gewordene Gelbbauchunke als Juwel der Jurawälder gilt, wird gezielt versucht, sie hier zu erhalten.

Die kleinen Unken haben sich einen besonderen Lebensraum ausgesucht, um ihren Fressfeinden wie Molchen, Fischen oder Libellenlarven zu entgehen. Sie nutzen deshalb als Laichgewässer temporär austrocknende Tümpel. Ursprünglich lebten die Gelbbauchunken in Auenlandschaften, die überschwemmt wurden und wieder austrockneten. Durch die Be-gradigung und Eindämmung von Flüssen, wie zum Beispiel der Donau, ist diese Dynamik allerdings stark zurückgegangen. Die Unken suchten sich einen neuen Ausweichlebensraum und haben diesen unter anderem in Fahrspuren im Forst oder auf Truppenübungsplätzen gefunden. Die in der Forstwirtschaft eingesetzte Technik wird jedoch zunehmend boden-schonender, weshalb auch dieser Lebensraum immer seltener wird.

Die Biotope sind ein voller Erfolg

Gelbbauchunke-Neubaugebiet ausgewiesenZoombild vorhanden

(© Mathias Burghard)

Der Forstbetrieb Kaisheim der Bayerischen Staatsforsten, das AELF Nördlingen-Wertingen und die Fachstelle Waldnaturschutz Schwaben (AELF Krumbach (Schwaben)-Mindelheim) haben deshalb ein „Neubaugebiete für Gelbbauchunken“ ausgewiesen. Bei diesem gemeinsamen Vorhaben wurden zahlreiche neue Tümpel angelegt, um so den Gelbbauchunken neue Lebensstätten zu bieten. Insbesondere der Biotopverbund war bei der Auswahl von geeigneten Standorten ein Hauptkriterium. Die neuen Biotope werden zukünftig regelmäßig gepflegt und vor Verlandung geschützt. In den im Frühjahr 2022 neu angelegten Laich- und Aufenthaltsgewässer tummeln sich bereits zahlreiche Jung- und Alttiere der Gelbbauchunke. Trotz anhaltender Trockenheit sind die neuen Lebensräume noch immer regelmäßig mit Wasser gefüllt. Obwohl noch Restarbeiten nötig sind, kann man bereits jetzt von einem vollen Erfolg sprechen. Die Biotope sind gut geeignet, die Gelbbauchunken nachhaltig zu schützen.

Informationstafeln beschreiben Amphibien und Lebensräume

Gelbbauchunke mit typisch herzförmiger PupilleZoombild vorhanden

(© Boris Mittermeier)

Insbesondere von Mai bis Ende August sind die Kaulquappen und Jungtiere in den neu angelegten Tümpeln entlang der Forstwege anzutreffen. Auf den ersten Blick sind die kleinen Unken recht unscheinbar. Die Körperoberseite ist zur Tarnung lehmgrau gefärbt und von zahlreichen Warzen geprägt. Zudem haben die Gelbbauchunken eine herzförmige Pupille. Das Besondere ist jedoch die Unterseite: Der Bauch ist gelb-schwarz gemustert. Dies soll möglichen Angreifern signalisieren, dass das Tier giftig ist. Das Wehrsekret, dass die Tiere bei Gefahr absondern, kann die Schleimhäute reizen, ist aber ansonsten für Menschen keine größere Gefahr. Auf Informationstafeln an den neu angelegten Tümpeln wird die Biologie der Amphibien sowie ihr Lebensraum anschaulich beschrieben. Damit die Tiere sich ungestört vermehren können, sollten beispielsweise Hunde nicht in die Tümpel gelassen werden und auch keine Gegenstände, wie etwa Stöcke oder Steine, ins Wasser geworfen werden. Mit etwas Abstand lassen sich die Gelbauchunken und ihre Kaulquappen aber sehr gut beobachten.