Schwabenweiter Auftakt Sommer.Erlebnis.Bauernhof
Schüler lernen direkt auf dem Hof

Wie kann ich selber Butter herstellen? Wie wird das Getreide zum Brot? Und warum wird Milch aus dem Gras, das Kühe fressen? Fragen hatten die 31 Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b der Nördlinger Realschule Maria Stern genug, als sie die Bauernhöfe der Familien Beck und Löfflad in Enkingen stürmten.

Die beiden Höfe gehören zu den 89 Betrieben im Regierungsbezirk, die sich am Lernprogramm Erlebnis.Bauernhof beteiligen. Dort fand heuer der schwabenweite Auftakt mit Regierungsvizepräsidentin Sabine Beck statt.

Grundwissen zur bäuerlichen Urproduktion
Das Lernprogramm richtet sich an Schülerinnen und Schüler der zweiten bis zehnten Klassen und vermittelt ihnen mit einer Exkursion zum außerschulischen Lernort Bauernhof einen erlebnisorientierten und abwechslungsreichen Vormittag. Dabei können die Schulkinder das Leben und Arbeiten der Bäuerinnen und Bauern kennenlernen und sich Grundwissen zur bäuerlichen Urproduktion aneignen. Spannende Augenblicke sind garantiert, sei es beim Erforschen der heimischen Getreidearten und anderer Ackerkulturen, beim Füttern der Tiere oder bei der Erkundung des Bodens, auf dem unsere Nahrungsmittel wachsen.
Sonderaktion des AELF Nördlingen-Wertingen
Auf den Betrieben Beck und Löfflad in Enkingen erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Vielfalt der bäuerlichen Produktionsschienen. Während sich die Familie Beck auf die Milchviehhaltung spezialisiert hat, mästet die Familie Löfflad Schweine und Bullen. Als Sonderaktion für die Realschule Maria Stern hatte das AELF Nördlingen-Wertingen unter der Regie von Edith Auchter sieben Mitmach-Stationen vorbereitet: Getreide, Rind, Schaf, Schwein, Huhn, Unsere Landwirtschaft und Biodiversität. An den Stationen war jeweils ein Plakat angebracht, das die Lernthemen beleuchtete. Dazu wurden altersgemäße Fragebögen ausgeteilt.
Realistisches Bild der Landwirtschaft vermitteln
In der Projektwoche der Realschule Maria Stern besuchten zwei weitere Klassen die Betriebe Beck und Löfflad in Enkingen, wo sie den Lernzirkel absolvierten. Beiden Familien geht es darum, bereits den jungen Verbraucherinnen und Verbrauchern ein realistisches Bild von der modernen Landwirtschaft zu vermitteln.
Feldrandschilder verlost
Anlässlich des 10. Jubiläums des Lernprogramms führte das Staatsministerium ein Gewinnspiel durch, bei dem aus 188 Bewerbungen 35 Feldrandschilder verlost wurden. Mit ihnen können die Erlebnisbauernhöfe gezielt auf ihr Angebot für Schulen aufmerksam machen. Auch den Familien Beck und Löfflad wurden von der Regierungsvizepräsidentin Sabine Beck, vom Leiter des AELF Nördlingen-Wertingen, Dr. Reinhard Bader, und von der Leiterin des Sachgebiets Ernährung und Haushaltsleistungen, Brigitte Steinle, ein Feldrandschild, Gutscheine für einen Hofbaum und ein Blumenstrauß überreicht.
"Ein echtes Erlebnis"
Sabine Beck freute sich über das Interesse der Schülerinnen und Schüler am Lernangebot und an den Aktionen auf den beiden Betrieben in Enkingen. "Sahne zu Butter machen, das ist auch für mich etwas Neues", sagte Beck, als sie das von den Mädchen und Buben auf dem Hof selbst hergestellte Produkt verkosten durfte. Für die Schulkinder und auch "für mich als Städterin" sei der Besuch auf den Betrieben Beck und Löfflad ein echtes Erlebnis, stellte die Regierungsvizepräsidenten fest. Sie wünschte sich, dass noch mehr Schülerinnen, Schüler und Betriebe an diesem "tollen Projekt" teilnehmen.

Bayernweit bislang mehr als 311.000 Schulkinder dabei
Erlebnis Bauernhof ermöglicht Schülerinnen und Schülern im Freistaat die kostenfreie Teilnahme an einem Lernprogramm auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Insgesamt öffnen sich 660 Betrieben für die Verbraucher von morgen: 75 % dieser Bauernhöfe wirtschaften im Haupterwerb, 27 % werden ökologisch betrieben. Seit das Programm vor zehn Jahren anlief, haben mehr als 311.000 Mädchen und Buben in insgesamt 15.800 Schulklassen einen Bauernhof besucht. Seit 2016 finden im Rahmen des Programms zudem jährlich zwischen dem 27. Juni und 29. Juli Aktiv-Wochen mit Sonderaktionen der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten statt. Für die Aktiv-Wochen 2022 hat erneut der schwäbische Regierungspräsident Dr. Erwin Lohner die Schirmherrschaft übernommen.