Witterung bremst gute Herbstentwicklung aus
Zwischenfrüchte – ein schwieriges Anbaujahr

Feld mit Zwischenfrucht

Der Herbst 2021 bot den Dilllinger Landwirten herausfordernde Bedingungen. Kalte und nasse Witterung gefolgt von einer Trockenphase prägten Ernte und Herbstaussaat.

Eine späte Ernte verkürzte das wichtige Zeitfenster zur Stoppelbearbeitung. Die folgende Augusthälfte brachte sehr viel Regen mit. Eine Aussaat unter optimalen Bedingungen war kaum möglich.

Als sich die Bedingungen verbesserten, schlug das Wetter komplett um. Der September wurde sehr warm. Für die Jugendentwicklung der Zwischenfrüchte war es fast zu trocken. Das Ergebnis sind eher schlecht entwickelte Bestände. Fahrspuren bzw. Fehler unter den nassen Bedingungen sind deutlich zu erkennen. In Zwischenfruchtversuchen sind aber gerade deswegen größere Unterschiede zu erkennen.
Zwischenfruchtversuch in Marzelstetten
Dabei stellt sich die Frage, welche Verfahren bzw. welche Mischungen am besten sind. Hierzu hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nördlingen-Wertingen zusammen mit dem Demobetrieb Holand einen Zwischenfruchtversuch in Marzelstetten angelegt. Dieser wurde am 05.11.2021 im Rahmen einer Feldführung vorgestellt. Vorab sei gesagt, das beste Anbauverfahren bzw. die beste Mischung gibt es nicht. Es hängt immer vom Einzeljahr ab, was gut gelingt.
16 verschiedene Zwischenfruchtmischungen
Gustav Holand säte 16 Zwischenfruchtmischungen im August 2021 an. Die Parzellen wurden in eine gepflügte und eine gegrubberte Variante unterteilt. Martin Wimmer und Elke Lasch vom AELF Wertingen haben die Mischungen bonitiert und die Unterschiede herausgearbeitet. Die Studierenden der Landwirtschaftsschule Wertingen haben im Rahmen des Unterrichts ebenfalls Unterschiede der verschiedenen Varianten bonitiert.
Hohe Regenwurmdichte im gegrubberten Feld
Es zeigte sich, dass die gepflügte Variante die Verdichtungen besser aufbrechen konnte. Fahrspuren sind im gegrubberten deutlich zu erkennen. Die Folge war eine schlechtere Entwicklung der Zwischenfrucht. Allerdings zeigten weitere Auszählungen, dass auch die Grubbervariante Vorteile mit sich bringt. Die Regenwurmdichte im gegrubberten ist ca. doppelt bis dreifach so hoch.

Regenwürmer benötigen organische Substanz an der Bodenoberfläche. Diese können von den kleinen Helfern in den Boden eingearbeitet und umgesetzt werden. Strohrückstände, in 25 cm eingepflügt, sind dagegen kaum interessant und stellen auch keine Nahrungsquelle für das Bodenleben dar.

Trotz der kurzen Wachstumszeit konnten einige Ziele des Zwischenfruchtanbaus erreicht werden:

  • Der Rettich hat schöne Rübenkörper gebildet und den Boden aufgebrochen.
  • An den Leguminosen sind erste Knöllchenbakterien zu erkennen. Diese binden den Luftstickstoff und dienen als Nährstoffquelle für die Folgefrucht.
  • Eine ausreichende Bodenbedeckung war auf den meisten Varianten gegeben.
Leider ist es Mitte November schon zu kalt für stärkeres Wachstum. Sonst würden die Bestände jetzt noch aufholen.
Weitere Veranstaltung im Frühjahr 2022
Im Frühjahr ist eine weitere Veranstaltung geplant. Hier wird sich zeigen, wie sich die Zwischenfrüchte noch entwickeln werden. Spannend wird, wie viel Mulch im Frühjahr noch vorhanden ist. Ziel muss es sein, möglichst viel Material für die anstehende Aussaat zur Verfügung zu haben. Dadurch kann ausreichend Nahrung für Regenwürmer und ein sehr guter Erosionsschutz erzielt werden.

ABAG zur Ermittlung des Bodenabtrags

Besonders interessant für die Landwirte war die Darstellung der Erosion am Feld. Elke Lasch zeigte mit dem Programm ABAG interaktiv den Bodenabtrag am Standort auf. Dabei wird aus Bodenart, Niederschlagshöhe, Hanglänge und -neigung, Fruchtfolge und Saatverfahren der Bodenabtrag ermittelt.
Es wurden Saat nach Pflug und Mulchsaat verglichen. Der Abtrag kann nach der Berechnung durch ABAG mit der Mulchsaat halbiert werden und ist in einem tolerierbaren Ausmaß.
Dagegen ist bei regelmäßigem Pflugeinsatz der Bodenabtrag viel zu hoch. ABAG interaktiv stellt somit ein wichtiges Hilfsmittel für Landwirte da. Mit diesem lässt sich Erosion abschätzen und das Anbauverfahren optimieren.

Fazit der Veranstaltung
Der Pflanzenbau bietet jedes Jahr neue Bedingungen. Die einzig richtige Strategie gibt es nicht. Viel Mut macht die Bereitschaft der Landwirte ihren Pflanzenbau weiter an das zukünftige Klima anzupassen. Gemeinsam mit nachhaltigen Anbaustrategien kann Bewirtschaftung und Umweltschutz konsequent vereint werden.