Gefahr für Mensch und Eiche
Eichenprozessionsspinner
Zoombild vorhanden
© Pia Mayer
Begünstigt durch den Klimawandel ist der Eichenprozessionsspinner (EPS) auf dem Vormarsch. Besonders betroffen sind alte, lichte Bestände mit hohem Eichenanteil sowie Waldränder, Alleen, Parkanlagen oder Einzelbäume. Durch seinen Fraß schwächt er die Bäume und die giftigen Brennhaare seiner Raupen können Menschen und Tiere gefährden.
Aktuell ist in der Region und vor allem im Nordries zum Teil starker Befall durch den EPS festzustellen. Den Abschluss des Larvenfraßes erwarten wir Ende Juni. Zu diesem Zeitpunkt liegt auch der Höhepunkt der Entlaubung vor.
Biologie und Schadwirkung
Zoombild vorhanden
© Felix Fisel
Gesundheitsgefahr durch Brennhaare
Zoombild vorhanden
© Klaus Schreiber (AELF KM)
Vorsichtsmaßnahmen:
- Defensives Verhalten: befallene Areale meiden
- Raupen und Gespinste nicht berühren
- Bei Kontakt Kleidung wechseln, duschen und Haare waschen; Kleidung waschen bei 60 Grad, Schuhe reinigen
- Holzernte- und Pflegemaßnahmen nur mit Körpervollschutz und Atemschutz durchführen
- Bekämpfung nur von Fachleuten durchführen lassen: Nicht abflammen, kein Hochdruckreiniger oder eigenhändiges Entfernen. Dadurch werden die Brennhaare erst recht verteilt und das Gesundheitsrisiko ist enorm.
Bei Auftreten starker allergischer Symptome sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der Patient sollte dabei auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hinweisen.
Pflanzenschutzmitteleinsatz zur flächigen Bekämpfung des EPS?
Grundsätzlich gilt: kein Pflanzenschutzmitteleinsatz ohne Prognose. Gleichzeitig muss der Schutz der Eichen im Vordergrund stehen. Geht es primar um den Schutz von Menschen, greift das Biozidrecht und es gelten andere Bestimmungen. In vorgeschädigten Eichenbeständen mit weitestgehendem Kahlfraß in diesem Jahr ist ein Insektizid-Einsatz nach Pflanzenschutzrecht eine Handlungsoption für die Vegetationsperiode 2027. Dazu ist die Dokumentation des diesjährigen Kahlfraßes Voraussetzung – gefolgt von einer nachfolgenden Bestimmung der Gespinstdichten im Bestand durch staatliches Forstpersonal. Aktuell wird der Kahlfraß von Eichen in Eichenwäldern digital erfasst und dokumentiert, teilweise auch durch Luftbeobachtungsflüge.
Zukunftsbaum Eiche?
Zoombild vorhanden
© Klaus Schreiber

