Krankheitsmonitoring im Getreide KW 19

In Wintergerste und -weizen können verschiedene Krankheiten auftreten. Zur Bestimmung des optimalen Fungizideinsatzes werden auch in diesem Jahr am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nördlingen-Wertingen wöchentlich Proben genommen und analysiert.

Die Proben für die folgenden Hinweise wurden am 4. Mai genommen. Ziel des Monitorings ist es, unnötige Fungizid Anwendungen zu vermeiden und trotzdem auftretende Krankheiten erfolgreich zu bekämpfen. Ein Pflanzenschutzeinsatz ist immer erst bei Überschreitung der wirtschaftlichen Schadschwelle sinnvoll. Erst zu diesem Zeitpunkt übersteigt der abgesicherte Mehrertrag die Kosten für Mittel und Überfahrt. Mit Ausnahme 2024 haben die letzten Jahre gezeigt, dass es oft sehr wirtschaftlich ist, nur eine Fungizidmaßnahme durchzuführen oder sogar ganz darauf zu verzichten. Besonders vorbeugende Fungizideinsätze zum Wachstumsregler-Termin sind nicht sinnvoll und nach guter fachlicher Praxis abzulehnen.

Die Monitoring-Ergebnisse dienen als Hilfestellung zur Planung des Pflanzenschutzeinsatzes. Hierfür wurden auf 4 Standorten Spritzfenster, innerhalb derer keine Fungizide eingesetzt werden, angelegt. Wöchentlich werden ab dem Entwicklungsstadium BBCH 30 Pflanzenproben vom AELF Nördlingen-Wertingen gezogen und anschließend vom AELF Augsburg ausgewertet. Dieses Jahr befinden sich die Monitoringflächen sowohl für Wintergerste als auch für Winterweizen in der Umgebung von Löpsingen und Marzelstetten.

 OrtSaatterminBodenbearbeitungVorfruchtSorte
WintergersteLöpsingen08.10.2025PlugWinterweizenSandra
WintergersteMarzelstetten14.10.2025PlugSilomaisArthene
WinterweizenLöpsingen21.10.2025GrubberKartoffelnPatras
WinterweizenMarzelstetten21.10.2025GrubberWinterrapsLG Optimist
Die Ergebnisse helfen den Landwirten bei der Planung, sind allerdings nicht als allgemeine Empfehlung anzusehen. Ein geplanter Fungizideinsatz ist immer anhand der aktuellen Witterung und dem Krankheitsdruck auf dem eigenen Schlag abzuwägen.

Die Beprobung in Wintergerste für KW 19 zeigt folgende Ergebnisse

Krankheitssituation bei Wintergerste 2026 - Monitoring Schwaben und Oberbayern West
LandkreisStandortSorteEC-StadiumMehltauRynchosporiumNetzfleckenZwergrostHalmbruch
ARettenbergenSandra41----
AICHandzellArthene49---O
DAHOberrothArthene45----
DLGMarzelstettenArthene43----
DONLöpsingenSandra39-----
EIBuxheimJulia49----
EISeuversholzJulia41----
FFBMaisachAlmut49---O
GZNornheimArthene41---O
GZSchneckenhofenArthene41---O
MNBronnenArthene41----
LLLandsberg a. L.Arthene49---O

Befallseinstufung
- = kein Befall
O = Befall unterhalb der Bekämpfungsschwelle
● = Bekämpfungsschwelle überschritten

Die Wintergerstenproben zeigten sich anfangs dieser Woche vom vollständig geschobenen Fahnenblatt bis hin zum Beginn des Grannenspitzes. Weiterhin sind aufgrund der bis zur letzten Woche anhaltenden Trockenheit die „klassischen“ Gerstenkrankheiten Mehltau, Rhynchosporium und Netzflecken kaum zu finden, nur der Befall mit Zwergrost, der auch ohne größere Feuchtephasen auskommt, war in der Hälfte der Standorte unterhalb Bekämpfungsschwellen nachweisbar. Im Vordergrund steht jetzt auch ohne Schwellenüberschreitung spätestens mit Beginn des Ährenschiebens eine Behandlung gegen die Ramularia-Sprenkelkrankheit.

Die Beprobung in Winterweizen für KW 19 zeigt folgende Ergebnisse

Krankheitssituation bei Winterweizen 2026 - Monitoring Schwaben und Oberbayern West
LandkreisStandortSorteEC-StadiumMehltauSeptoria nodorumSeptoria triticiDTRGelbrostBraunrostHalmbruch
AAchsheimSU Mangetron32------
AUntermeitingenLG Optimist32-----
AICAinertshofenKWS Keitum32--O---
DAHWelshofenRGT Reform33--O---O
DLGMarzelstettenLG Optimist32O-----
DONLöpsingenPatras33--O---
EIBuxheimRGT Konzert33------O
EISeuversholzRGT Reform31------
FFBDürabuchSU Jonte33------O
GZSchneckenhofenPatras31------
GZRettenbachAmbientus33------O
MNBronnenLG Optimist32--O---
NDFeldkirchenPolarkap32----O-
PAFScheyernPolarkap33------O
LLLandsberg a.L.KWS Emerick32-----

Befallseinstufung
- = kein Befall
O = Befall unterhalb der Bekämpfungsschwelle
● = Bekämpfungsschwelle überschritten
() = Befall auf den unteren Blattetagen bzw. Bekämpfungszeitraum noch nicht erreicht!

Die Weizenbestände standen am Montag meist bei BBCH 32/33. Die Proben weisen weiterhin auf nahezu befallsfreie Bestände hin. Einzige Ausnahme bilden die südlichen Standorte Untermeitingen und Landsberg. Hier ist die Bekämpfungsschwelle mit 60 % deutlich überschritten worden, was ungewöhnlich und objektiv über das Witterungsgeschehen nicht zu erklären ist und anhand der Ergebnisse von letzter Woche nicht vorauszusehen war.
In der überwiegenden Zahl der sehr gesunden Weizenschläge kann das Ende der Regenfälle abgewartet werden, regelmäßige Kontrollen genügen. Das gilt in der Regel auch für Dinkel, der sich aktuell ähnlich gesund präsentiert.