Krankheitsmonitoring im Getreide KW 20

In Wintergerste und -weizen können verschiedene Krankheiten auftreten. Zur Bestimmung des optimalen Fungizideinsatzes werden auch in diesem Jahr am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nördlingen-Wertingen wöchentlich Proben genommen und analysiert.

Die Proben für die folgenden Hinweise wurden am 11. Mai genommen. Ziel des Monitorings ist es, unnötige Fungizid Anwendungen zu vermeiden und trotzdem auftretende Krankheiten erfolgreich zu bekämpfen. Ein Pflanzenschutzeinsatz ist immer erst bei Überschreitung der wirtschaftlichen Schadschwelle sinnvoll. Erst zu diesem Zeitpunkt übersteigt der abgesicherte Mehrertrag die Kosten für Mittel und Überfahrt. Mit Ausnahme 2024 haben die letzten Jahre gezeigt, dass es oft sehr wirtschaftlich ist, nur eine Fungizidmaßnahme durchzuführen oder sogar ganz darauf zu verzichten. Besonders vorbeugende Fungizideinsätze zum Wachstumsregler-Termin sind nicht sinnvoll und nach guter fachlicher Praxis abzulehnen.

Die Monitoring-Ergebnisse dienen als Hilfestellung zur Planung des Pflanzenschutzeinsatzes. Hierfür wurden auf 4 Standorten Spritzfenster, innerhalb derer keine Fungizide eingesetzt werden, angelegt. Wöchentlich werden ab dem Entwicklungsstadium BBCH 30 Pflanzenproben vom AELF Nördlingen-Wertingen gezogen und anschließend vom AELF Augsburg ausgewertet. Dieses Jahr befinden sich die Monitoringflächen sowohl für Wintergerste als auch für Winterweizen in der Umgebung von Löpsingen und Marzelstetten.

 OrtSaatterminBodenbearbeitungVorfruchtSorte
WintergersteLöpsingen08.10.2025PlugWinterweizenSandra
WintergersteMarzelstetten14.10.2025PlugSilomaisArthene
WinterweizenLöpsingen21.10.2025GrubberKartoffelnPatras
WinterweizenMarzelstetten21.10.2025GrubberWinterrapsLG Optimist
Die Ergebnisse helfen den Landwirten bei der Planung, sind allerdings nicht als allgemeine Empfehlung anzusehen. Ein geplanter Fungizideinsatz ist immer anhand der aktuellen Witterung und dem Krankheitsdruck auf dem eigenen Schlag abzuwägen.

Die Beprobung in Wintergerste für KW 20 zeigt folgende Ergebnisse

Krankheitssituation bei Wintergerste 2026 - Monitoring Schwaben und Oberbayern West
LandkreisStandortSorteEC-StadiumMehltauRynchosporiumNetzfleckenZwergrostHalmbruch
ARettenbergenSandra61----
AICHandzellArthene55
DAHOberrothArthene59----
DLGMarzelstettenArthene51
DONLöpsingenSandra55-----
EIBuxheimJulia61
EISeuversholzJulia51----
FFBMaisachAlmut59---O
GZNornheimArthene51---O
GZSchneckenhofenArthene51----
MNBronnenArthene61----
LLLandsberg a. L.Arthene59

Befallseinstufung
- = kein Befall
O = Befall unterhalb der Bekämpfungsschwelle
● = Bekämpfungsschwelle überschritten

Die Wintergersten sind weiterhin sehr gesund, die kommenden trockenen Tage/Stunden sollten für die abschließende Ramulariabehandlung genutzt werden wenn noch nicht geschehen.

Die Beprobung in Winterweizen für KW 20 zeigt folgende Ergebnisse

Krankheitssituation bei Winterweizen 2026 - Monitoring Schwaben und Oberbayern West
LandkreisStandortSorteEC-StadiumMehltauSeptoria nodorumSeptoria triticiDTRGelbrostBraunrostHalmbruch
AAchsheimSU Mangetron33------O
AUntermeitingenLG Optimist37-----O
AICAinertshofenKWS Keitum33--O---O
DAHWelshofenRGT Reform37-----
DLGMarzelstettenLG Optimist37O-O---O
DONLöpsingenPatras34--O---
EIBuxheimRGT Konzert37--O---
EISeuversholzRGT Reform33-------
FFBDürabuchSU Jonte37-----
GZSchneckenhofenPatras33------O
GZRettenbachAmbientus37-----
MNBronnenLG Optimist37-----O
NDFeldkirchenPolarkap39--O---
PAFScheyernPolarkap37-----
LLLandsberg a.L.KWS Emerick37O---O

Befallseinstufung
- = kein Befall
O = Befall unterhalb der Bekämpfungsschwelle
● = Bekämpfungsschwelle überschritten
() = Befall auf den unteren Blattetagen bzw. Bekämpfungszeitraum noch nicht erreicht!

Im Weizen zeigt sich jetzt ein ganz anderes Bild als noch in der Vorwoche. Auf Grund der Hälfte der Monitoring-Standorte ist die Schwelle mit Septoria auf F-4 nun deutlich als Folge des Regens um den 10.-14. April überschritten und die Infektionen zeigen sich jetzt nach etwa 4 Wochen. Im Fax erfolgte ein Spritzaufruf v.a. bei Beständen in BBCH 39 zur Einmalbehandlung, evtl. bei starker Schwellenüberschreitung auch schon in BBCH 37, dann mit der Konsequenz, dass für das Fahnenblatt und die Ähre i.d.R. noch einmal nachbehandelt werden muss. Beim Dinkel ist die Situation noch entspannt.